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awork vs. MOCO vs. easyJOB: Agentursoftware im DACH-Vergleich

awork, MOCO und easyJOB im direkten Vergleich: Preise, Stärken und Schwächen der drei DACH-Agentursoftware-Lösungen — plus Entscheidungshilfe nach Agenturgröße.

by Agency Stack Team2026-09-049 min reading time

awork, MOCO und easyJOB sind die drei Namen, die im DACH-Raum fast immer auf der Shortlist landen, wenn eine Agentur ihre Projektsteuerung professionalisiert. Sie kosten unterschiedlich viel, lösen unterschiedliche Probleme und passen zu unterschiedlichen Agenturgrößen. Dieser Vergleich sortiert, welches Tool wofür gebaut ist.

Die Kurzfassung: awork ist die richtige Wahl, wenn Planung und Auslastung das Problem sind. MOCO passt, wenn es um Rentabilität und Abrechnung geht. easyJOB lohnt sich erst, wenn eine Agentur so groß ist, dass ein vollwertiges ERP den Aufwand rechtfertigt.

Die drei Tools auf einen Blick

aworkMOCOeasyJOB
KategorieWork ManagementAgentur-ManagementAgentur-ERP
Einstiegspreis15 €/Nutzer/Monat15 €/Nutzer/Monatauf Anfrage
Gesamtbewertung4,64,7
DACH-Tauglichkeit9,09,59,5
Bedienbarkeit8,07,56,0
Integrationen6,05,54,0
Zeit bis zum Nutzen7,57,06,0
Preistransparenz7,57,56,5

Die Bewertungen stammen aus unserem eigenen Raster über elf Dimensionen. Die Preise sind die öffentlich kommunizierten Einstiegspreise und können sich ändern — für ein verbindliches Angebot führt kein Weg an den Anbietern vorbei.

Der interessanteste Befund steckt in der ersten Zeile: awork und MOCO kosten exakt gleich viel. Die Entscheidung zwischen beiden ist deshalb keine Budgetfrage, sondern eine inhaltliche.

awork: Planung und Auslastung

awork kommt aus Hamburg und wurde von Anfang an für den deutschsprachigen Markt gebaut — was man an Details merkt, die US-Tools regelmäßig übersehen: native Zeiterfassung, Kapazitätsplanung, DSGVO-konforme Verarbeitung.

Was awork gut kann:

  • Projektplanung mit Zeitleisten und Boards
  • Integrierte Zeiterfassung mit Timer
  • Team-Planer für die Kapazitätsübersicht
  • Automatisierungen für wiederkehrende Abläufe
  • Projekt-Templates für den schnellen Start
  • Offene API und Zapier-Integration

Wo es hakt: Das Integrations-Ökosystem ist kleiner als bei den großen US-Plattformen, die Berichtsfunktionen sind noch im Ausbau — und, der wichtigste Punkt für die Toolwahl: awork hat keine integrierte Abrechnung. Rechnungen schreibst du woanders.

Mit einer Bedienbarkeit von 8,0 ist awork das zugänglichste der drei Tools. Wenn das Team bisher mit Trello, Asana oder einer Tabelle gearbeitet hat, ist der Umstieg hier am kürzesten.

MOCO: Controlling und Abrechnung

MOCO verfolgt die entgegengesetzte Philosophie: bewusst schlank, bewusst fokussiert. Projekte planen, Zeit erfassen, Rechnungen schreiben, wirtschaftlichen Überblick behalten — mehr will das Tool nicht sein, und genau das ist der Punkt.

Was MOCO gut kann:

  • Projektverwaltung mit Budget-Tracking
  • Zeiterfassung mit Stoppuhr
  • Integrierte Rechnungsstellung
  • Controlling mit Soll-Ist-Vergleich
  • Lead- und Angebotsverwaltung
  • Personalplanung und Abwesenheiten

Wo es hakt: MOCO ist weniger flexibel als Plattform-Tools, die Drittanbieter-Integrationen sind begrenzt, und es gibt kein visuelles Board für Aufgaben — wer Kanban gewohnt ist, wird es vermissen. Für sehr große Agenturen wird das Tool irgendwann zu eng.

Mit 9,5 bei der DACH-Tauglichkeit ist MOCO gemeinsam mit easyJOB Spitzenreiter im Feld. Das Controlling ist die eigentliche Stärke: Wer wissen will, ob ein Projekt Geld verdient hat, bekommt hier die klarste Antwort.

easyJOB: Das Agentur-ERP

easyJOB ist eines der dienstältesten Agentur-ERP-Systeme in Deutschland und hat über Jahre eine Funktionstiefe aufgebaut, die praktisch jeden Aspekt der Agentursteuerung abdeckt — vom CRM über Projektmanagement und Controlling bis zu Ressourcenplanung und Materialverwaltung.

Was easyJOB gut kann:

  • Umfassendes Agentur-ERP mit allen Modulen
  • Projektmanagement mit Budget-Controlling
  • CRM mit Kontakt- und Angebotsverwaltung
  • Ressourcenplanung und Kapazitätsübersicht
  • Materialverwaltung und Lagerlogistik
  • Rechnungsstellung und Finanzbuchhaltung

Wo es hakt: Die Oberfläche ist in die Jahre gekommen (Bedienbarkeit 6,0 — der niedrigste Wert im Vergleich), der Einrichtungs- und Schulungsaufwand ist hoch, das System ist On-Premise statt Cloud-native, und die Einstiegskosten sind entsprechend.

Genau diese Punkte erklären, warum „Alternative zu easyJOB" eine der meistgesuchten Anfragen in diesem Markt ist.

Welche Agentursoftware bietet die beste Zeiterfassung?

Kurz: Alle drei erfassen Zeiten nativ — der Unterschied liegt darin, was danach passiert. awork verknüpft Zeiten mit Kapazitätsplanung, MOCO mit Rechnung und Deckungsbeitrag, easyJOB mit dem Gesamtcontrolling der Agentur.

Die Frage „welches Tool hat die beste Zeiterfassung" führt deshalb in die Irre. Die bessere Frage lautet: Wofür brauchst du die erfassten Zeiten?

  • Für Auslastungsplanung — also die Frage „wer hat nächste Woche noch Kapazität?" — ist awork am stärksten. Der Team-Planer ist dafür gebaut.
  • Für Rentabilität — also „hat sich dieses Projekt gelohnt?" — ist MOCO die klarere Wahl. Soll-Ist-Vergleich und Abrechnung hängen direkt an der erfassten Zeit.
  • Für Gesamtsteuerung über Abteilungen und Materialien hinweg ist easyJOB konzipiert, mit entsprechendem Einrichtungsaufwand.

Wenn Zeiterfassung dein einziges Problem ist, ist übrigens keines der drei Tools die richtige Antwort — dafür gibt es schlankere und günstigere Spezialisten.

Welche Alternative zu easyJOB passt zu deiner Agentur?

Kurz: Für die meisten Agenturen unter 50 Personen ist MOCO die naheliegendste Alternative — es deckt Projekte, Zeiten, Abrechnung und Controlling ab, ohne den ERP-Overhead. Wer vor allem an der Bedienbarkeit von easyJOB scheitert, aber die Abrechnung woanders hat, fährt mit awork besser.

Ein Realitätscheck: easyJOB deckt Module ab, die die schlankeren Tools schlicht nicht haben — Materialverwaltung und Lagerlogistik zum Beispiel. Wenn du als Event- oder Produktionsagentur physische Ressourcen steuerst, ist ein Wechsel zu MOCO kein Downgrade der Oberfläche, sondern ein Funktionsverlust. Prüfe vor dem Wechsel, welche easyJOB-Module wirklich im Einsatz sind.

Welches Modul sich womit ersetzen lässt und was beim Wechsel verloren geht, haben wir in den easyJOB-Alternativen Modul für Modul aufgeschlüsselt.

awork oder MOCO: die Entscheidung in einem Satz

Beide kosten 15 € pro Nutzer und Monat. Beide sind auf DSGVO-Konformität ausgelegt und auf den DACH-Markt zugeschnitten. Die Entscheidung hängt an einer einzigen Frage:

Ist dein größtes Problem die Auslastung oder die Rentabilität?

Wenn die Antwort „wir wissen nie, wer wann woran arbeitet" lautet: awork. Wenn sie „wir wissen nicht, welche Projekte Geld verdienen" lautet: MOCO.

Der häufigste Fehler an dieser Stelle ist, beide Probleme gleichzeitig lösen zu wollen und deshalb zum größten verfügbaren Tool zu greifen. Das führt zu einem System, das niemand vollständig nutzt — und zu Kosten, die sich nie amortisieren.

Empfehlung nach Agenturgröße

1–10 Personen. MOCO oder awork, je nach Hauptproblem. Beide sind in Tagen produktiv nutzbar. Ein ERP ist in dieser Größe fast immer überdimensioniert.

10–30 Personen. Hier wird die Entscheidung ernst, weil ein späterer Wechsel teuer wird. Wenn die Abrechnung im Tool liegen soll, spricht viel für MOCO. Wenn mehrere Teams parallel planen, für awork. helloHQ ist eine Überlegung wert, wenn der Weg vom Lead bis zur Rechnung durchgängig abgebildet sein soll.

30+ Personen mit komplexem Controlling. Ab hier wird easyJOB zur echten Option — vorausgesetzt, es gibt jemanden, der die Einführung verantwortet. Ohne interne Zuständigkeit scheitern ERP-Projekte in dieser Größenordnung zuverlässig.

Häufige Fragen

Kann ich awork und MOCO parallel einsetzen? Technisch ja, praktisch selten sinnvoll. Beide erfassen Zeiten, und doppelte Zeiterfassung ist die zuverlässigste Methode, ein Tool im Team unbeliebt zu machen. Wenn awork die Planung übernimmt, sollte die Abrechnung eher an eine Buchhaltungslösung angebunden werden als an ein zweites Projekttool.

Sind alle drei DSGVO-konform? Alle drei sind auf den DACH-Markt ausgerichtet und schneiden bei uns entsprechend ab (9,0 bis 9,5 bei der DACH-Tauglichkeit). Für die konkreten Vertragsdetails — Auftragsverarbeitungsvertrag, Serverstandort, Unterauftragnehmer — ist trotzdem der Blick in die aktuellen Unterlagen des Anbieters nötig.

Wie lange dauert die Einführung? Die Bewertung „Zeit bis zum Nutzen" liegt bei awork bei 7,5, bei MOCO bei 7,0 und bei easyJOB bei 6,0. Übersetzt: awork und MOCO sind Sache von Tagen bis wenigen Wochen, easyJOB ist ein Projekt mit Planung, Schulung und Datenmigration.

Was, wenn wir uns falsch entscheiden? Der Wechsel zwischen awork und MOCO ist unangenehm, aber machbar — beide exportieren Projektdaten und Zeiten. Der Weg aus einem ERP heraus ist deutlich aufwendiger. Das ist ein Argument dafür, in der Wachstumsphase eher schlank zu starten.